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20.12.2019    Kategorie: Startseite, Rathaus & Politik

Der Jahresabschluss 2018 ist fertig – Die Aufholjagd ist beendet

Die Schwierigkeiten hatten bereits 2004 begonnen. Damals stand für die Verwaltung eine nahezu revolutionäre Zäsur an: die Umstellung der kameralistischen* Buchführung auf doppische* Buchführung.


Dieser Systemwechsel bedeutet für jede Kommune einen immensen Arbeitsaufwand, denn in den Eröffnungsbilanzen muss sich jeder Vermögenswert beziffert wiederfinden – jede Straße, jeder Kleingarten, jedes Auto, jeder Computer, jede Schule, einfach alles.

Anschaffungs- und Herstellungskosten mussten teilweise über Jahrzehnte in die Vergangenheit betrachtet ermittelt werden, um eine Basis für Abschreibungswerte zu bekommen, die zwar im alten kameralistischen System keine Rolle spielten, aber für die veränderte Art der Buchführung unverzichtbar sind.

Die Politik setzte sich gemeinsam mit der seinerzeitigen Verwaltungsspitze ein ambitioniertes Ziel: Bis 2009 sollte diese Umstellung samt Eröffnungsbilanz erfolgt sein. Viele Städte und Gemeinden sowie das Land nahmen sich mehr Zeit und konnten auch auf Erfahrungen anderer Kommunen zurückgreifen.

Anschließend wurde noch eine weitere Entscheidung getroffen: Man beschloss, parallel zur Umstellung auch das Buchhaltungsprogramm fürs Computersystem zu wechseln, um die Bilanzen abzubilden. „Die Probleme beider Umstellungen wurden damals unterschätzt“, analysiert Bürgermeisterin Urte Steinberg. Weil zunächst eine Eröffnungsbilanz vorliegen musste, damit alle folgenden Bilanzen auf sie und aufeinander aufbauen konnten, geriet die Stadt Jahr um Jahr stärker in Verzug.

Abstimmungsprobleme, Personalwechsel, der Einsatz von jenen Mitarbeitern bei den Jahresabschlüssen, die sich normalerweise mit der Steuerveranschlagung beschäftigen, verschärften die Situation. Die Eröffnungsbilanz lag dann endlich Mitte 2013 vor. Im September 2015 war sie geprüft und wurde von der Ratsversammlung beschlossen. Zwei Notbremsen wurden deshalb von der derzeitigen Verwaltungsleitung gezogen.

Zunächst wurde die Entscheidung getroffen, die noch ausstehenden Jahresabschlüsse nicht weiter mit der neuen Finanzsoftware zu erstellen, sondern mit der alten, bewährten Finanzsoftware. Außerdem wurden personelle Veränderungen eingeleitet.

Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) machte die Leitung der Finanzen zur Chefsache. Nun ist auch der Jahresabschluss 2018 der Stadt Pinneberg erstellt und damit der jahrelange Aufholprozess beendet.

„Wir sind endlich à jour. Und ich bin sehr froh, dass der Aufholprozess, der durch die Umstellung von einem kameralistischen auf einen doppischen Haushalt ausgelöst wurde, erfolgreich beendet werden konnte. Herzlichen Dank allen beteiligten Mitarbeiter*innen. Hierbei wurden wir zusätzlich sehr gut von externen Mitarbeiter*innen aus anderen Kommunen, insbesondere dem Kreis sowie dem Amt GUMS begleitet. Es war ein immenser Kraftakt, der da in den vergangenen Jahren neben dem Tagesgeschäft bewältigt wurde und er ist gelungen.,“ betonte Frau Steinberg.

 

* Die Kameralistik - auch kameralistische Buchführung genannt - ist ein Verfahren der Buchführung, das noch in der öffentlichen Verwaltung angewendet wird. Im Haushaltsplan werden im Verwaltungshaushalt die „laufenden Einnahmen und Ausgaben“ veranschlagt, im Vermögenshaushalt werden die einzelnen Investitionsmaßnahmen veranschlagt. Es besteht das Gesamtdeckungsprinzip, nach dem Ausgaben Einnahmen in gleicher Höhe entgegenstehen müssen. Ein Unterschiedsbetrag zwischen Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt wird durch die Zuweisung an oder Auflösung von Rücklagen im Vermögenshaushalt in entsprechender Höhe ausgeglichen. Als Folge sind die Summen aus Einnahmen und Ausgaben immer identisch. Bei der doppischen Buchführung wird der Ressourcenverbrauch durch die Gegenüberstellung von Ertrag und Aufwand abgebildet und ermöglich damit, die Veränderung des Vermögens einer Kommune abzubilden, auch wenn keine Zahlungen anfallen (Abschreibungen, Rückstellungen).
Durch die Doppik wird somit deutlich, ob die Stadt ihr Vermögen (Eigenkapital) aufbraucht, erhält oder vergrößert. Der Haushaltsplan besteht in der Doppik aus dem Ergebnishaushalt und dem Finanzhaushalt.



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