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Am 27. Februar 2026 ist der Equal Pay Day
Frauen verdienen noch immer 16 Prozent weniger als Männer. Mit dieser großen geschlechtsspezifischen Lohnlücke belegt Deutschland einen der hinteren Plätze in Europa. Unter dem Motto „16 Prozent mehr!“, fordern der Sozialverband Kreis Pinneberg und die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Entgeltgleichheit für Frauen. Deshalb laden Heike Lorenzen, Kreisfrauensprecherin im Kreisverband Pinneberg und Deborah Azzab-Robinson, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pinneberg, am Equal Pay Day zu einem Informations- und Austauschstand am 27. Februar von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr in die Fußgängerzone der Pinneberger Innenstadt ein.
Warum der 27. Februar? „Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag im Jahr, an dem Frauen so viel Gehalt bekommen haben, wie Männer schon am 31. Dezember des Vorjahres verdient hatten. Laut statistischem Bundesamt beträgt dieser geschlechtsspezifische Entgeltunterschied aktuell 16 Prozent. Umgerechnet ergibt sich daraus das Datum des diesjährigen Equal Pay Day am 27. Februar“, erläutert Lorenzen. Die Gründe für die geschlechtsspezifische Lohnlücke sind vielfältig. Eine Hauptursache liegt in den Lebenswelten von Frauen: sie unterbrechen ihre Erwerbsbiographie wesentlich häufiger für unbezahlte Care-Arbeit für Kinder, Familie oder Angehörige. Fast jede zweite erwerbstätige Frau arbeitet in Teilzeit. Deshalb nimmt der Gender Pay Gab in allen Bildungsgruppen mit dem Lebensalter stark zu. Bis zum 30. Lebensjahr beträgt er etwa 9 Prozent. Danach erhöht er sich im Alter.
Noch heute werden frauendominierte Berufe systematisch schlechter bewertet und bezahlt als männerdominierte Berufe und dass auch bei ähnlichen Anforderungsund Belastungsniveaus. Der Grund: weil Berufe im sozialen, pflegenden und kulturellen Dienstleistungsbereich sowie im Reinigungsgewerbe traditionell von Frauen ausgeübt wurden und werden.
Eine weitere oft übersehene Ursache für den Gender Pay Gab sieht Azzab-Robinson darin: „Leistungen der Daseinsvorsorge und soziale Leistungen wie Rente, Arbeitslosengeld, Elterngeld und ähnliches leiten sich in der Regel nach Art und Höhe von dem Leitbild eines vollarbeitenden (männlichen) Familienernährers ab. Gesellschaftliche unentgeltliche Sorgearbeit führt meistens nicht zu Anwartschaften, die ein existenzsicherndes unabhängiges Einkommen oder eine Absicherung im Alter ermöglichen. Davon müssen wir weg, wenn wir die finanziellen und sozialen Lebensumstände von Rentnerinnen, alleinerziehenden Müttern und pflegenden Angehörigen nachhaltig verbessern wollen. Nur dann ist Armut nicht mehr weiblich!“
Die Organisatorinnen freuen sich auf lebhafte Gespräche!