Veranstaltungen rund um den Internationalen Frauentag am 8. März, Care Day & Equal Pay Day
Rund um den Internationalen Frauentag am 8. März, Care Day und Equal Pay Day gibt es in der Stadt Pinneberg jedes Jahr vielseitige Veranstaltungen für Informationen und zum Austausch.
Der Internationale Frauentag am 8. März ist der wichtigste und traditionellste Aktionstag im März. Dieser weltweite Aktionstag geht auf die Forderung von sozialistischen Feministinnen für ein Wahlrecht für Frauen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg um 1911 zurück. Als Reaktion auf die Katastrophe der NS-Zeit, des Zweiten Weltkrieges und des Holocausts wurde das im Grundgesetz verbriefte allgemeine, unmittelbare, freie, gleiche und geheime Wahlrecht eingeführt. Es ist das Fundament unserer Demokratie.
Dazu gehört auch der Verfassungsauftrag des Artikel 3 Absatz 2 unseres Grundgesetzes. Dieser lautet: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“
Folgende Veranstaltungen finden 2026 statt:
🗓 Equal Pay Day
💬 Infostand am 27. Februar
⏰ 10-13 Uhr
📍 Fußgänger*innenzone Stadt Pinneberg
Sozialverband Kreis Pinneberg & Gleichstellungsbeauftragte Stadt Pinneberg
Kontakt: Frau Azzab-Robinson
🗓 Equal Care Day
🏛️ Sonderführung am 28. Februar
Ausstellung „Care! Wenn aus Liebe Arbeit wird“
⏰ 14 Uhr im Foyer
📍 Museum der Arbeit, Hamburg
Gleichstellungsbeauftragte im Kreis Pinneberg
Kontakt: Frau Timmerman, E-Mail: n.timmermann@rellingen.de
🗓 Internationaler Frauentag
🎬 Filmabend „Ein Tag ohne Frauen“ am 11. März
⏰ 19 Uhr
📍 Rathaus Pinneberg
🤩 Eintritt frei!
Kommunales Kino, Frauenberatung & Gleichstellungsbeauftragte Stadt Pinneberg
Kontakt: Frau Azzab-Robinson
Weitere Veranstaltungen:
Der Internationale Frauentag – Aktuell wie eh und je
Aber: wie steht es um die Geschlechtergerechtigkeit 76 Jahre nach Inkrafttreten des Grundgesetzes?
Frauen sind in Deutschland immer noch strukturell benachteiligt. Dies geht aus den sog. Gender Gabs hervor. Gender Gabs zeigen Ungleichheiten, Lücken oder Unterschiede zwischen Frauen und Männern in gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und beruflichen Bereichen auf. So gibt es z.B. den
- Gender Pay Gap (Lohnlücke): Frauen verdienten 2025 im Schnitt 16 % (unbereinigt) weniger pro Stunde als Männer. Der bereinigte Wert liegt bei ca. 6 %.
- Gender Care Gap (Sorgearbeit): Frauen leisten rund 43 % mehr unbezahlte Sorgearbeit (Kinderbetreuung, Haushalt, Pflege) als Männer.
- Gender Pension Gap (Rentenlücke): Die Rente von Frauen ist um ca. 26 bis rund 37 % geringer als die von Männern. In Ostdeutschland ist die Rentenlücke deutlich kleiner.
- Gender Employment Gap (Erwerbsbeteiligung): Erwerbsfähige Frauen nehmen im Vergleich zu Männern seltener am Arbeitsmarkt teil. Der Unterschied liegt bei ca. 9 %, da Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten.
- Gender Hours Gap (Arbeitszeit): Frauen leisten ca. 7,5 Stunden weniger bezahlte Arbeitsstunden als Männer.
- Digital Gender Gap (Digitalisierung): Frauen sind in der Arbeitswelt beim Zugang zu digitalen Technologien schlechter ausgestattet als Männer und haben auch sonst Nachteile in Bezug auf Zugängen zu digitalen Technologien.
- Gender Lifetime Earnings Gap (Alterssicherung): Frauen haben eine Einkommenslücke von ca. 49,8 % bezogen auf das gesamte Erwerbsleben.
- Gender Health Gap (Medizinische Versorgung): Frauen werden bei der medizinischen Forschung und Versorgung geschlechtsspezifisch diskriminiert.
Ein wesentlicher Grund für diese Gabs ist, dass Leistungen der Daseinsvorsorge und soziale Leistungen wie Rente, Arbeitslosengeld, Erziehungsgeld und ähnliches sich in der Regel nach Art und Höhe von dem Leitbild eines vollarbeitenden traditionellen (männlichen) Familienernährers ableiten. Gesellschaftliche unentgeltliche Sorgearbeit führt meistens nicht zu Anwartschaften, die ein existenzsicherndes unabhängiges Einkommen oder eine Absicherung im Alter ermöglichen. Dieses muss sich ändern, wenn unsere Gesellschaft die finanziellen und sozialen Lebensumstände von Rentnerinnen und alleinerziehenden Müttern als auch von pflegenden Angehörigen nachhaltig verbessern will. Nur dann ist Armut nicht mehr weiblich!
Mit den Veranstaltungen rund um den Internationalen Frauentag, Equal Care und Equal Pay Day leisten die Netzwerkerinnen einen Beitrag zur Gleichstellung und Stärkung einer vielfältigen demokratischen Gesellschaft vor Ort.