Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Gleichstellungsbeauftragte und Verwaltung schlagen Prüfung einer (Teil-)Umbenennung der Ebertpassage vor

Nach der Fertigstellung der neuen Ebertpassage will Deborah Azzab-Robinson, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pinneberg, zusammen mit der Verwaltung ein deutliches Zeichen für die Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum, Demokratie und Frieden setzen. „Der gemeinsame Vorschlag für die Umbenennung verbindet das grüne, klimaangepasste Areal, den Friedensbaum und die neue Aufenthaltsqualität mit einem lebendigen Gedenken an die bedeutsame Pinnebergerin Anna Ipsen. In unserem Stadtbild sind - wie in vielen Kommunen in Deutschland - historische Frauenpersönlichkeiten unterrepräsentiert“, erläutert Azzab-Robinson.

Anna Ipsen wurde am 16. Mai 1889 im Kaiserreich geboren und verbrachte fast ihr ganzes Leben in der Stadt Pinneberg. Sie war als Dienstmädchen bei der Familie Wupperman tätig. Schon als junge Frau setze sich Ipsen für die Verbesserung der prekären Lebensverhältnisse von notleidenden Familien von Arbeiterinnen und Arbeitern ein. So kandidierte sie 1924 in der Weimarer Republik für die SPD, wurde Stadtverordnete und war ein Jahr später Mitbegründerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Pinneberg. In der Zeit des Nationalsozialismus war die AWO verboten. Nach dem Krieg wurde die AWO in Pinneberg wieder ins Leben gerufen und ist bis heute aktiv. 

Als Sozialdemokratin wurde Ipsen im Zuge der „Aktion Gewitter“ 1944 von der Gestapo inhaftiert und in das berüchtigte Kieler Frauengefängnis „Blume“ verbracht. Die „Aktion Gewitter“ war eine massive, reichsweite Verhaftungswelle als Reaktion auf das Stauffenberg-Attentat auf Hitler. Nach ihrer Entlassung aus den menschenunwürdigen Haftbedingungen kehrte Ipsen in ihr Haus zurück und verstarb dort 1980. 

Die AWO Pinneberg begrüßt den Vorschlag zur (Teil-) Umbenennung. „Mit der Platzbenennung würde die Stadt Pinneberg das Lebenswerk einer bedeutenden Mitbegründerin der örtlichen Wohlfahrtspflege würdigen und die Erinnerung an eine Frau stärken, die das gesellschaftliche Leben Pinnebergs nachhaltig gestärkt hat“, heißt es in der Stellungnahme. Im Falle einer (Teil-) Umbenennung wird mit einer Informationstele über den Werdegang von Anna Ipsen informiert.

Die mögliche Prüfung einer Umbennung ist am Mittwoch, 19.08.26, Thema im Ausschuss Stadtentwicklung. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im Ratssitzungssaal.