Die neue Ebertpassage: Pinnebergs grüne Lunge in der Innenstadt
Bei dem Bauvorhaben geht es um eine klimaangepasste Weiterentwicklung der Ebertpassage. Die neue Planung hat eine hohe Bedeutung hinsichtlich Klimaschutz, Klimaanpassung und Biodiversität. Mitten in der Innenstadt entsteht ein großer, zusammenhängender, verkehrsberuhigter und fußgängerfreundliche Raum mit vielen Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten naturnah unter Bäumen.
Was ist die Ebertpassage? – Ein Ort zum Verweilen, Entdecken und Durchatmen
Die Ebertpassage ist ein zentraler, verkehrsberuhigter Innenstadtbereich in Pinneberg, der durch die klimaangepasste Umgestaltung zu einem grünen, lebendigen Treffpunkt geworden ist. Hier finden sich nun:
- Großzügige Sitz- und Aufenthaltsflächen unter schattenspendenden Bäumen
- Baum- und Pflanzinseln, die das Mikroklima verbessern und die Biodiversität fördern
- Spielelemente wie Outdoor-Memory, Sound Tubes (Sprechrohre) und Vogel- und Insektenhäuser
- Barrierefreie Sitzbänke mit Aussparungen für Menschen mit Behinderungen oder Familien mit Kinderwägen
- Fahrradbügel und eine E-Bike-Ladestation für umweltfreundliche Mobilität
- Weniger Parkplätze, mehr Lebensqualität: Rund 50 Stellflächen wurden reduziert, um Platz für Grün und Begegnung zu schaffen
Die neue Ebertpassage - auf einen Blick:
+ Aufenthaltsqualität: Mehr Sitzgelegenheiten, Schatten durch Bäume, barrierefreie Zugänge
+ Klimaanpassung: Rigolen für Regenwasserspeicherung, klimaresiliente Bäume, kühlende Pflanzinseln
+ Mobilität: Fahrradbügel, E-Bike-Ladestation, verkehrsberuhigter Raum
+ Biodiversität: Baum- und Pflanzinseln mit heimischen und klimaresistenten Arten
+ Freizeit & Spiel: Outdoor-Memory, Sound Tubes, Vogel- und Insektenhäuser
Wie funktionieren die Rigolen? – Das Geheimnis der „Schwammstadt“
Rigolen sind unterirdische Wasserspeicher, die Regenwasser von versiegelten Flächen (z. B. Pflaster) aufnehmen und gezielt an die Wurzeln der Bäume weiterleiten. So bleibt das Wasser im System und verdunstet langsam – das kühlt die Luft und bewässert die Pflanzen auch in Trockenphasen.
Wie funktioniert's?
- Regen fällt auf die Pflasterfläche.
- Wasser wird statt in die Kanalisation in die Rigolen geleitet (Kies- oder Kunststoffelemente).
- Bäume und Pflanzen werden über die Rigolen bewässert.
- Überschüssiges Wasser verdunstet und kühlt die Umgebung.
Vorteil für Pinneberg:
+ Hitzeminderung: Die Verdunstung kühlt die Umgebung.
+ Starkregenvorsorge: Das Wasser wird kontrolliert abgeführt, Überflutungen vermieden.
+ Nachhaltigkeit: Weniger Trinkwasserverbrauch für die Bewässerung.
Welche Bäume stehen wo? – Klimaresiliente Arten für die Zukunft
In der Ebertpassage wurden speziell ausgewählte, klimaresiliente Baumarten gepflanzt, die Hitze, Trockenheit und Starkregen standhalten. Die Auswahl erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland e.V.pinneberg.de.
Beispiele für gepflanzte Arten:
- Feldahorn (Acer campestre) – robust, trockenheitstolerant
- Eibe (Taxus baccata) – schattenspendend, pflegeleicht
- Mehlbeere (Sorbus aria) – widerstandsfähig gegen Schädlinge
- Weißdorn (Crataegus) – blütenreich, bienenfreundlich
- Amberbaum (Liquidambar styraciflua) – farbenfrohe Herbstfärbung, hitzeresistent
Ein neuer Friedensbaum für Pinneberg
Der Friedensbaum in der Ebertpassage steht! Gepflanzt auf Initiative unserer Ratsversammlung, angestoßen durch die bürgerliche Initiative Friedensstadt Pinneberg setzt die Stadt damit zum 80. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki ein unübersehbares Zeichen.
Die Vorgeschichte: Ein langes Warten mit Happy End
Die Umgestaltung der Ebertpassage war ein Meilenstein der Pinneberger Innenstadtentwicklung – und ein Projekt, das Geduld erforderte:
- 2009: Pinneberg wird in das Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen. Die Ebertpassage wird als zentrales Projekt identifiziert.
- 2018–2023: Vorbereitende Maßnahmen, u. a. Ankauf privater Grundstücke, um Flächen neu zu ordnen.
- Februar 2025: Spatenstich für die klimaangepasste Umgestaltung.
- April 2025–April 2026: Bauphase in mehreren Abschnitten, um die Erreichbarkeit von Geschäften und Arztpraxen stets zu gewährleisten.
- Sommer 2026: Fertigstellung – die Ebertpassage präsentiert sich als grüne Oase mit hoher Aufenthaltsqualität.
Warum es so lange dauerte:
- Komplexe Grundstücksverhandlungen
- Kleinteilige Bauabschnitte wegen hoher Nutzungsdichte (Geschäfte, Praxen, Parkhäuser)
- Unvorhergesehene Herausforderungen wie Altlasten (z. B. alte Bunker) und Wasser im Bodenshz.de
Kosten: Rund 3,4 Millionen Euro, finanziert durch Städtebauförderung (Bund, Land, Kommune je zu einem Drittel)
Warum dieses Projekt so wichtig ist
- Klimaanpassung: Die Ebertpassage ist ein Vorbildprojekt für die „Schwammstadt“ – sie speichert Wasser, kühlt die Luft und schützt vor Hitze und Starkregen.
- Lebensqualität: Mehr Grün, weniger Lärm, mehr Raum für Begegnung – die Innenstadt wird attraktiver für alle Generationen.
- Biodiversität: Die neuen Pflanzinseln und Bäume bieten Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleintiere.
- Zukunftsfähigkeit: Die klimaresilienten Arten sichern die langfristige Funktion des Raums auch bei extremen Wetterbedingungen.
Entdecken Sie die neue Ebertpassage!
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